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Nichtthermische Effekte durch elektromagnetische Strahlung

Die Strahlenschutzkommission hat 1992 in ihrem Bericht zum "Schutz vor elektromagnetischer Strahlung beim Mobilfunk-Empfehlung der Strahlenschutzkommission" festgestellt:

"Über spezielle Effekte, die nicht auf der Erwärmung beruhen, wird in der Literatur seit ungefähr 15 Jahren berichtet. Wenn eine Hochfrequenzstrahlung mit einer anderen Frequenz amplitudenmoduliert ist, können Feldwirkungen auftreten, welche bei unmodulierter Strahlung nicht existieren. Es handelt sich meistens um Veränderungen der Permeabilität von Zellmembranen. Beispielsweise wurde festgestellt, daß bei einer HF-Strahlung mit einer Frequenz von 147 MHz, die mit Frequenzen zwischen 6 und 20 Hertz moduliert war, der Kalziumausstrom aus Zellkulturen bei bestimmten Frequenzen signifikant (um 10 bis 20 %) erhöht war. Insgesamt wurde eine komplexe Abhängigkeit dieser Effekte von Intensität und Frequenz beobachtet, wobei spezielle Frequenzbereiche besonders wirksam sind. Die Membraneffekte wurden vielfach bestätigt, so daß ihre Existenz heute als gesichert gilt. Hervorzuheben ist, daß die SAR-Werte hierbei teilweise kleiner als 0,01 W/kg sind und damit erheblich unterhalb thermisch relevanter Intensitäten liegen." (S. 6)

Ein derartiger Kalziumausstrom aus Zellmembranen ist ein bekannter Mechanismus zur Auslösung vielfältiger krankmachender weiterer Wirkungen. Selbst der Hardcore-Kritiker der Mobilfunkkritiker Professor Lerchl (jahrelang Mitglied der Strahlenschutzkommission) hat nach einem vor kurzen erfolgreich replizierten Versuch zur Tumorförderung (Auftrag- und Geldgeber: Bundesamt für Strahlenschutz) durch Funkwellen im Frequenzbereich von Mobilfunkwellen in Interviews davon gesprochen, dass die Effekte klar seien, stärker als erwartet, und es wohl einen nichtthermischen Mechanismus geben müsse, der nun erforscht werden sollte.

Im Abstract der Studie von Lerchl et al., veröffentlicht am 17.04.2015, heisst es:

"We hypothesize that these tumor-promoting effects may be caused by metabolic changes due to exposure. Since many of the tumor-promoting effects in our study were seen at low to moderate exposure levels (0.04 and 0.4 W/kg SAR), thus well below exposure limits for the users of mobile phones, further studies are warranted to investigate the underlying mechanisms. Our findings may help to understand the repeatedly reported increased incidences of brain tumors in heavy users of mobile phones." [ "Wir stellen die Hypothese auf, dass diese Tumor-fördernden Effekte durch Änderungen im Stoffwechsel aufgrund der Exposition verursacht wurden. ... "]

23 Jahre nach der SSK-Empfehlung und 38 Jahre nach den ersten Forschungen zu nichtthermischen Wirkungen eine bahnbrechende Erkenntnis.