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Bayer schluckt Monsanto

Kommentar von Dr. Hans-Ulrich Hill, 15.09.2016

Fusion der Konzerne Bayer und Monsanto

Am 14.9.2016 verkündete der Bayer-Konzern nach langen Monaten der Verhandlungen den Kauf des US-Saatgut-Konzerns Monsanto für 60 Milliarden Euro. Was bedeutet dieser Deal für Verbraucher, Umwelt und Gesundheit? Da fusionieren wieder irgendwelche Konzerne, nichts Neues?

Um dies zu beurteilen, muss man betrachten, was diese Konzerne bislang produziert haben, und welche Folgen die Produkte verursachen können. Bayer steht für die Produktion unter anderem einer breiten Palette von Pestiziden aller Art, Insektizide, Herbizide, Fungizide, darunter das umstrittene Herbizid Glyphosat. Der Konzern verfolgt wie alle Konzerne das Ziel der ständigen Umsatz-Steigerung und sucht dafür sowohl Kooperationspartner als auch die Ausschaltung oder Schwächung der Konkurrenz. Bayer setzt auf Steigerung des Absatzes seiner Produkte bei Großunternehmen der Landwirtschaft, und dies national und international. Da kommt die Übernahme eines führenden Saatgut-Konzerns wie Monsanto, der sich auf die Entwicklung von gentechnisch veränderten und gegen Herbizide wie Glyphosat resistent gemachten Kulturpflanzen wie Soja, Mais und Baumwolle spezialisiert hat, gerade recht, oder besser gesagt: Monsanto passt zu Bayer wie die Faust aufs Auge. Nun können die zusammengefügten Agrarkonzerne die Welt einschließlich der Entwicklungsländer beglücken mit kombinierten Angeboten von Saatgut gentechnisch veränderter Kulturpflanzen und den dazu passenden Pestiziden im Paket. Solche Pakete sind sinnvoll für industriemäßig betriebene Agrar-Großbetriebe, die sich die Kosten für das patentierte Gentechnik-Saatgut einschließlich der Patentgebühren leisten können.

Damit fördert der Kombi-Konzern Bayer-Monsanto die weitere Expansion einer industrialisierten Landwirtschaft, die auf intensiven Einsatz von gentechnisch auf Massenproduktion in Monokulturen angepassten Kulturpflanzen, Düngern und Pestiziden setzt. Die örtlichen Bauern werden mit Patentgebühren finanziell bei der Stange gehalten, sie dürfen eigenes Saatgut nicht mehr verwenden und müssen jedes Jahr erneut Konzern-Saatgut kaufen.

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"Ein schwarzer Tag für die Welternährung"

Das CBG-Network hat am 14.09.2016 zur Fusion von Bayer mit Monsanto wie folgt Stellung genommen:

Presse Information vom 14.09.2016

Coordination gegen BAYER-Gefahren e.V.

BAYERs MONSANTO-Übernahme

Ein schwarzer Tag für die Welternährung

Der Worst Case ist eingetreten: BAYER übernimmt für 66 Milliarden Dollar MONSANTO. Damit entsteht der mit Abstand größte Agro-Konzern der Welt. Die Geschäftszahlen von 2015 zugrunde gelegt, kommen beide Unternehmen zusammen auf einen Umsatz von 23,1 Milliarden Dollar. Damit kann niemand aus der Branche mithalten. Die frisch vermählten Paare SYNGENTA/ChemChina und DUPONT/DOW folgen mit weitem Abstand (14,8 bzw. 14,6 Milliarden), und auf Rang vier landet abgeschlagen BASF mit 5,8 Milliarden.

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