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BR TV: "Gift im Essen" - Pestizide

TV-Beitrag Bayerischer Rundfunk, 22.02.2016: "Gift im Essen - wie gesund sind Obst und Gemüse wirklich?"

Enthalten sind

  • - das Schicksal des Landwirts Willibald Schamberger, der an Parkinson erkrankt ist
  • - die Darstellung von Obstbauer Nüberlin vom Bodensee, der erläutert, warum er so viel spritzt
  • - statements von Herrn Dr. Müller / Kempten, Frau Prof. Witte / Oldenburg, Herr Dr. Kruse / Kiel, Herr Zimmermann von Greenpeace / Frau Aschmann von der Verbraucherzentrale
  • - die Darstellung des europäischen Zulassungsverfahrens, efsa / EU-Kommission
  • - die Darstellung von Bio-Obstbauer Rolker aus dem Alten Land, der bereits vier Tumorerkrankungen hatte
  • - die Dokumentation von Höchstmengen-Heraufsetzungen durch Herrn Neumeister

Zimmermann: "Ja, das Problem fängt auf dem Acker an. Es wird immer mehr gespritzt, es kommen immer mehr Mittel zum Einsatz, mit mehr Wirkstoffen. Und natürlich findet sich das letztendlich auch in den Produkten wieder, die in den Handel gelangen. - Wir beobachten, dass die Mehrfachbelastungen in pflanzlichen Lebensmitteln tendenziell zunehmen. - Es kommen auch immer mehr Kombi-Präparate zum Einsatz, in denen verschiedene Wirkstoffe dafür kombiniert werden, um einen noch stärkeren Effekt zu erzielen oder auch um gleich mehrere Wirkungen auf einmal zu erzielen. Letztendlich mehr WIrkstoffen, mehr Pestizide, immer grössere Mengen."

Nüberlin: "Es können ohne weiteres 20 Spritzungen im Jahr sein. Können. - Das Angebot ist so gross, dass wenn wir Klasse 2 produzieren, kommen wir nie und nimmer auf unsere Kosten."

Witte, 15.10: "Natürlich kann das sehr gefährlich sein, in jeder einzelne Zelle. Deswegen können auch viele verschiedene Krebsarten durch Pestizide entstehen, sofern sie krebserregend sind und das krebserregende Potential von Pestiziden ist sehr hoch. - Diese Zellmembran können wir hier vergrössert sehen und am besten kommen da lipophile, fettlösliche Stoffe hinein, weil die Zellmembran so aufgebaut ist, dass sie aus einer Fettschicht besteht und durch diese Fettschicht kann dann der lipophile, fettlösliche Stoff ins Innere gelangen. Während wasserlösliche Stoffe, die werden von dieser Fettschicht abgewiesen. - In Kombination von fettlöslichen und wasserlöslichen Fremdstoffen ist es möglich, dass der fettlösliche den wasserlöslichen Stoff mitreisst, sozusagen als Türöffner fungiert, und damit kann der wasserlösliche Stoff ins Zellinnere gelangen, was ihm alleine nicht möglich wäre. - Je mehr Stoffe in einem Gemisch sind, desto gefährlicher wird es."

Müller, 17.23: "Bei der zweiten Abbildung haben wir die Darstellung eines chemikaliengeschädigten Gehirns, das dann schon wesentliche Funktionsminderungen anzeigt: Konzentration, Merkleistung, Koordination - dies alles ist eingeschränkt. Bei wiederholter Chemikalienbelastung kann das noch einmal in kurzer Zeit weiter absinken, so dass diese Patienten eine wirklich drastische Einschränkung der Hirnleistung entwickeln können. - Es erkranken die funktionellen Systeme des Körpers, also das zentrale und periphere Nervensystem, das Immunsystem, der Hormonhaushalt kann erkranken; und Parkinson ist ja ein bekanntes Beispiel einer solchen Erkrankung des zentralen Nervensystems. - Es gibt sehr gute Forschung, die gezeigt hat, dass wir die Effekte von bis zu drei Schadstoffen relativ gut und präzise ermitteln können. Über fünf können wir nichts genaues mehr sagen. Es wird am Verbraucher experimentiert. WIr wissen ja, dass wir erhebliche Wissenslücken haben und wir gehen dennoch mit dem Verbraucher so um."

Zimmermann, 21.10: "Ja, das ist natürlich völlig inakzeptabel. Dass in Zulassungsverfahren für potentiell giftige Chemikalien, die auf den Acker gebracht werden, die unsere Lebensmittel am Ende belasten, in der Regel oder überwiegend Studien zum Einsatz kommen und der Bewertung zugrunde liegen, die die Industrie selbst durchgeführt hat, die ein Interesse hat, diese Produkte auf den Markt zu bringen."

Witte, 21.33: "Die Industrie verniedlicht die Gefährlichkeit von Pestiziden. Aber Pestizide sind per Definition die einzigen Chemikalien, die bewusst auf Giftigkeit hergestellt werden und für ihren Einsatz nur hinsichtlich ihrer Giftigkeit eingesetzt werden."

Kruse, 23.28: "Besonders erschreckend ist, dass eine Vielzahl dieser vor allen Dingen fungizid wirksamen Verbindungen ein hohes allergisierendes Potential haben. Das heisst also, das kann durchaus sein, dass ein Mensch in einen Apfel hineinbeisst und dann darauf so reagiert, dass er beispielsweise eine Atemnot haben kann oder dass er einen Ausschlag, Pickel auf der Haut, bekommt und gar nicht weiss, woher das kommt. - Diese Produkte dürften gar nicht auf den Markt kommen. Dank -in Anführungsstrichen- der EU-Bestimmungen, wo wir exorbitant hohe Höchstmengen haben, sind diese Produkte marktgängig. Das sind also Konzentrationen, die liegen im Milligramm-Bereich. Wenn Sie sich vorstellen: Milligramm, das sind Zuckerkrümel, das sind also extrem hohe Mengen - für mich völlig unerklärlich, dass solche Höchstmengen überhaupt toleriert werden. Ich tolerier sie nicht!"

Neumeister, 27.27: "Bei Gurken wurde dieses Jahr z.B. die Höchstmenge für eine Pilzmittel von 0,2 auf 0,5 angehoben, und zwar auf Antrag eines Herstellers von Pestiziden. Das ist die übliche Praxis. Dass die Hersteller im Prinzip einen Antrag stellen auf eine höhere Höchstmenge und dann wird dem normalerweise auch stattgegeben. - Viele Leute sind auch so naiv und denken, der Staat wirds schon regulieren. Aber der Staat kümmert sich da gar nicht drum. Es geht nicht um Verbraucherschutz."