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Zwischen Mikro- und Makrokosmos

Wir leben als biologische Wesen in einer Welt der mittleren Dimensionen. Aus dieser Welt stammen alle Bilder und Vorstellungen.

Daraus folgt, dass wir kein spontanes Verständnis für all die uns umgebenden Dinge aus den Welten haben können, die uns umgeben, von denen wir abhängen und die entweder viel "kleiner" oder viel "grösser" sind als unsere Welt. Daraus folgt weiterhin, dass wir in der Erarbeitung von Erkenntnis und Verständnis des Mikro- oder Makrokosmos angewiesen sind auf mühsam zu lernende kognitive Prozesse, die nicht immer mit Anschauung aus unserer Welt der mittleren Dimensionen zu verknüpfen sind.

Gerhard Vollmer hat in seinem 1985 erschienenen Buch "Was können wir wissen? Band 1 - Die Natur der Erkenntnis" diese Tabelle zusammengestellt, die die Welt der "mittleren Dimensionen" beschreibt:

"Die Welt, an die sich unser Erkenntnisapparat im Laufe der Evolution angepaßt hat, ist nur ein Ausschnitt der wirklichen Welt." (Vollmer)

Photosynthese der Pflanzen / Unser eigenes Mikrobiom

Ebensowenig wie wir direkt, per Sinneswahrnehmung die Photosynthese der Pflanzen sehen können, die aber einer der wichtigsten Grundlagen unseres eigenen Lebens ist, ebenso wenig können wir die überlebenswichtige "Arbeit" unseres eigenen Mikrobioms im Darm anschaulich erkennen, obwohl wir ohne Mikrobiom ebenfalls nicht überleben könnten.

Mikronährstoff-Mangel

Ob ich einen Selen- oder Magnesium-Mangel habe oder sonstigen Mikronährstoff-Mangel, weiss ich aus unmittelbarer Anschauung heraus nicht. Ich muss im Labor messen lassen und Ärzte / Wissenschaftler / Spezialisten müssen eine Beurteilung abgeben, ob und wie dieser Mikornährstoff-Mangel auszugleichen ist.

Elektromagnetismus

Elektrische und magnetische Felder und elektromagnetische Wellen entziehen sich komplett der unmittelbaren Anschauung. Gleichwohl ist unsere biologische Existenz gekoppelt an eine natürliche Strahlungs-Umgebung, wie sie derjenigen entspricht, die während der Evolution, aus der wir hervorgegangen sind, vorgeherrscht hat.

Fazit

usw. - es lassen sich beliebig viele Beispiele anführen ==> aber aus allen Beispielen folgt dieses: Wir dürfen weder glauben, dass das, was unser Sinnesapparat uns als real und wirklich vorlegt, schon alles ist oder sogar immer richtig ist; noch dürfen wir bei allen Erklärungsversuchen von komplizierten Sachverhalten, die sich der unmittelbaren Anschauung entziehen, darauf verzichten, den Versuch unternehmen, eine Verbindung mit den Bildern und Vorstellungen aus unserer Welt der mittleren Dimensionen herzustellen.