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Nitrat im Grundwasser

24.09.2015

Laut NDR-Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern haben Mitglieder eines Gewässerschutzvereins in Neubrandenburg (südlich von Greifswald) überhöhte Nitrat-Werte in privaten Brunnen gemessen. "In Friedland, Kotelow, Zirzow und Neubrandenburg lag der Nitratwert zum Teil dreimal so hoch wie der Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter."

"Die Neubrandenburger Stadtwerke wehren sich gegen Vorwürfe wegen nitratbelasteten Trinkwassers. An allen Wasserwerken der Stadt liege der Nitratwert deutlich unter den Grenzwerten, teilte das Unternehmen mit."

Und: "Das Problem sei, dass private Brunnen oft nicht tief genug reichen und deshalb belastet seien. Der Großteil des Nitrats gelangt als Dünger aus der Landwirtschaft ins Wasser. Laut dem staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt weise die Hälfte aller Seen in der Region zu hohe Nitratwerte auf."

20.01.2015

Unter diesem Datum findet man in den NDR-Nachrichten zu Niedersachsen einen Artikel "Nitratbelastung - Kontrollen bleiben mangelhaft"

"Das Problem ist in einigen Landkreisen Westniedersachsens besonders groß. Hier stehen Mastställe in einer Dichte, wie sonst nirgendwo in Deutschland. Außerdem wurden hier in den vergangenen Jahren viele Biogasanlagen gebaut, deren Gärreste ebenfalls entsorgt werden müssen. Dadurch wird hier deutlich mehr Wirtschaftsdünger (Gülle, Jauche, Mist, Gärreste) produziert, als in der Region ordnungsgemäß entsorgt werden kann. Besonders seit 2006 steigt die Nitratbelastung hier an."

"Egon Harms vom Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV) sorgt sich schon seit Jahren um die Qualität des Grundwassers in der Region. Unser Trinkwasser in Norddeutschland wird zu 80 bis 100 Prozent aus Grundwasser gewonnen. Im Trinkwasser darf nicht mehr als 50 Milligramm Nitrat pro Liter Wasser enthalten sein. Doch schon heute messen Harms und seine Kollegen im oberflächennahen Grundwasser Werte jenseits von 100 Milligramm pro Liter. "Wenn das Grundwasser, welches wir zu Trinkwasser aufbereiten, über dem Grenzwert mit Nitrat belastet ist, dann haben wir ein sehr großes Problem, weil wir das Nitrat im Wasserwerk nicht entfernen können. Dass heißt wir könnten dann dieses Grundwasser nicht zur Trinkwassernutzung aufbereiten." Zu viel Nitrat im Trinkwasser könnte Krebs auslösen. Bei Säuglingen kann dadurch Sauerstoffmangel eintreten."

Tut sich hier was seitens der Politik? Der niedersächsische Landwirtschaftsminister Meyer wollte immerhin ein "Nährstoffregister" in einer neuen Düngeverordnung unterbringen, aber (Zitat auch aus diesem NDR-Artikel): "Damit Christian Meyer das Nährstoffregister in die Tat umsetzen kann, benötigt er allerdings eine sogenannte "Landesermächtigung" in der Düngeverordnung des Bundes. Eine neue Verordnung ist in den letzten Monaten vom Bundeslandwirtschaftsministerium erarbeitet worden. Doch in dem vorliegenden Entwurf zur Düngeverordnung ist keine "Landesermächtigung" (*)enthalten, die eine zentrale Erfassung aller düngerelevanten Daten pro Bundesland ermöglichen würde. Damit wäre Meyers Idee vom Tisch. Er hofft jetzt eine Landesermächtigung über den Bundesrat durchzusetzen."