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Umweltkrankheiten sind keine psychiatrischen Erkrankungen

Rudolf Stratmann, Montag, 12.01.2015

GENUK e.V. ist gegründet worden, um die Anerkennung von Umweltkrankheiten im System der gesetzlichen Krankenversicherung und darüberhinaus in der Gesellschaft zu erreichen bzw. durchzusetzen. Auch wenn die enorme und teilweise unerträgliche Belastung der einzelnen Erkrankten auf die Stabilität ihrer Psyche eine negative Wirkung hat und insofern psychologische Folgekrankheiten oft vorkommen: Umweltkrankheiten sind keine psychiatrischen Erkrankungen. Eng verbunden mit dem Gründungziel von GENUK ist die Zurückweisung der häufig vorkommenden Psychiatrisierung von Erkrankten. Neben der Falsch-Beurteilung bzw. -Begutachtung durch angebliche medizinische "Experten" ist insbesondere das Vorgehen der forensischen Psychiatrie zu beklagen: Nicht selten landen Umweltkranke in der Psychiatrie, wo sie nicht hingehören, leider ist auch das Schicksal manches Patienten damit besiegelt. Kommt es in den Auseinandersetzungen, die Umweltkranke auch oft juristisch zu führen haben zu Interventionen irgendwelcher Gerichte, finden sich hanebüchene Psychiatrisierungen mit entsprechenden Konsequenzen für Betroffene nur aufgrund der Verfasstheit des jeweiligen Gerichts.

Umweltkranke, wissenschaftlich, rechtlich

"Umweltkranke - wissenschaftlich anerkannt, rechtlich ausgegrenzt" -.

das ist der treffende Titel eines lesenswerten Blog-Buches von Dr. Tino Merz, dessen homepage ebenfalls sehr zu empfehlen ist.

Hier der Text, mit dem das Buch beworben wird und der nicht nur für den aktuellen Fall der Frau D. hilfreich ist:

"30 Jahre Gutachten in Sachen Umwelt führen zu der Erkenntnis, dass wir wissenschaftlich nachvollziehen können, warum es so viel Umweltkranke gibt. Die notwendigen Grundkenntnisse existieren seit den 80er Jahren. Das weiß aber keiner, denn es wird alles getan, dass dieser Stand der Wissenschaft rechtlich unwirksam bleibt. D. h. die Opfer werden nicht als Vergifte anerkannt, sondern als Psycho diskriminiert. Es ist schon vorgekommen, dass schwer Vergiftete in die Geschlossene zwangseingewiesen wurden. Um das zu erreichen, wird der Eindruck erweckt, all' jene Wissenschaft gäb es noch nicht, man müsse das alles noch erforschen. Es ist schon erstaunlich, wie leicht intelligente, fachlich gute Leute bereit sind, reinen Unfug nachzubeten, wenn es karrieregünstig oder einfach nur psychisch leichter ist. Es ist das Feld der gutachterlichen Auseinandersetzung, den Stand der Wissenschaft zu prüfen und Wissenschaft und Propaganda auseinander zu halten. Hier treffen Rechtsbegriffe auf wissenschaftliche Terminologie - das sind verschiedene Sprachen. Das birgt die Möglichkeit der Täuschung in sich. Solange die Öffentlichkeit das nicht lernt, gibt es keine Abwehr gegen chronische Vergiftung."