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Nicht das Gebäude ist krank
 
Das Sick Building Syndrome

Autor: Edith Rhoden, Bremen

Die Ausdünstungen bestimmter in diesem Haus verbauten Materialien machen das Leben der hier sich aufhaltenden Personen schwierig - sie werden krank...

 

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Das Sick Building Syndrome (SBS) verursacht akute gesundheitliche Beschwerden, die einem Gebäude oder einem Teil eines Gebäudes zugeordnet werden können.
Nicht das Gebäude ist krank, wie die englische Bezeichnung "Sick Building" vermuten lassen könnte, sondern das Gebäude macht krank. Die Ursachen der Beschwerden sind vielfach und führen zu multiplen Gesundheitsbeschwerden der Gebäudebenutzer oder Bewohner. (Krankheitsbild / LINK)

Typischerweise treten die Beschwerden beim Aufenthalt im Gebäude auf (akut) und klingen wieder ab, nachdem der Benutzer das Gebäude verlassen hat.  Im schlimmsten Fall verursachen die Schadstoffe (Übersichtstabelle), denen die Gebäudebenutzer über einen langen Zeitraum ausgesetzt sind schwere, und häufig chronische Krankheiten.

Das Sick Building Syndrome darf nicht verwechselt werden mit der sogenannten Building Related Illness (BRI). Bei der Building (Gebäude) Related (bezogene) Illness (Krankheit) kann eine Krankheit oder Symptomatik, z.B. die Legionärskrankheit, auf eine Ursache (Legionellenkeime in der Lüftung oder im Trinkwasser) zurückgeführt werden.

Die Abgrenzung zwischen SBS und BRI unterstreicht das eigentliche Problem der gebäudebezogenen Krankheit:
Einerseits wird aus schulmedizinischer Sicht behauptet, dass "eindeutige Beweise für die tatsächliche Existenz dieser Krankheit" (Wikipedia) fehlen. Andererseits sind die Betroffenen tatsächlich krank . Die/ der Betroffene reagiert mit z.B. mit Atemnot, Schwindel und Übelkeit, Muskel - und Gelenkschmerzen, Hals - und Ohrenschmerzen als Symptomatik auf die Schadstoffe im Gebäude. Die Untersuchung durch (Fach)Ärzte ergibt keinen organischen Befund. Nun muss sich die/der durch das Gebäude Erkrankte auf den Weg machen, den Vollbeweis zu erbringen, dass ihre/seine Krankheit durch Schadstoffe im Gebäude verursacht worden ist.
 
Dabei stößt die / der Kranke auf zwei Schwierigkeiten:
1. Die Schulmediziner, welche noch nie von SBS oder anderen Schadstoff induzierten Krankheiten
    gehört haben (oder sie nicht wahr haben wollen) finden keine organische Krankheit.
    Die Patientin/der Patient wird in die Schublade der psychosomatischen Erkrankungen
    abgeschoben und falsch behandelt. Der Leidensdruck der/des Betroffenen verschlimmert sich,
    da er/sie bevorzugt als Hysteriker, Sensibelchen, Ökochonder oder psychisch krank
    stigmatisiert wird.
    Sollte es sich beim krankmachenden Gebäude um den Arbeitsplatz handeln, kann es sein, dass
    die/der Kranke von seinen Kollegen und Vorgesetzten gemobbt wird.
2. Der Besitzer des krankmachenden Gebäudes (Vermieter einer privaten Wohnung, der
    Arbeitgeber, eineSchulbehörde, oder die Berufsgenossenschaft als Schadensregulierer)
    weigert sich, zu zugeben, dass die Ursache der Erkrankung in den Baustoffen,
    Einrichtungsgegenständen oder technischen Geräten des Gebäudes steckt. Denn würde
    er die Ursache anerkennen, wäre er zur Verantwortung und Schadensregulierung verpflichtet.
 

Gemäß dem Grundsatz "Was nicht sein kann, dass nicht sein darf" wird der / die Erkrankte herausgefordert, nicht nur mit seiner Erkrankung fertig zu werden sondern gleichzeitig für seine Rechte durch alle Instanzen zu kämpfen. (Kampf um Anerkennung von SBS als Krankheit als LINK)