Sie befinden sich hier:

Styrol als Umwelt-Zeitbombe

Rudolf Stratmann, 23.05.2016

Was passiert, wenn eins der beliebtesten Produkte der Chemie-Industrie in die Umwelt freigesetzt wird, war vor kurzem in Hamburg zu besichtigen:

Aus einem Zug heraus photographiert , 15 Min. nach Ausbruch des Brandes

Styropor = Polystyrol

Eine Lagerhalle auf der Veddel in Hamburg war abgebrannt, 'Baustoffe und Styropor' waren dort nach Auskunft der Feuerwehr gelagert.

Styrol ist ein aromatischer Kohlenwasserstoff ( Summenformel C6H8 ), vom Benzol abgeleitet ( Summenformel C6H6 ), der leicht polymerisiert ==> so entsteht Polystyrol, Markennamen Styropor, ein massenhaft eingesetzter Dämmstoff.

Zwar passiert solch ein Grossbrand mit einer derart massiven Freisetzung von Schadstoffen (die Anwohner wurden aufgerufen, 'Türen und Fenster verschlossen zu halten') selten, allerdings häufen sich Styropor-Brände an wärmegedämmten Hausfassaden. Hier ein aktueller Bericht, mit einem Video eines Brandes in Frankreich.

Die erhöhte Brandgefahr bei Polystyrol-gedämmten Gebäuden ist länger bekannt, hier und hier und hier entsprechende Artikel.

Was passiert mit den Millionen qm3 verbauten Styrols?

Wenn die erste Welle des gewaltigen Geschäfts von BASF & Co. vorbei ist ... dannn könnte ein 'Folge-Geschäft' von ebenso gewaltigem Ausmass notwendig werden, die Sanierung von angeblich wärmegedämmten Gebäuden. Die Schäden, die Spechte an den Styropor-Fassaden anrichten ...

sind nichts zu den unausweichlich zu erwartenden 'Bauschäden', die dadurch entstehen, dass auf mehr oder weniger atmende Außenwände verschlussdichte Styropor-Platten aufgesetzt werden.

Am Ende steht die Verbrennung: Wenn nicht in Form von ungeplanten, aber offenbar unvermeidlichen Fassadenbränden, dann in angeblich gut gefilterten Müllverbrennungsanlagen - ein Teil des Styrols wird so oder so in der Umwelt landen.